Minimalinvasive Gesichtsstraffung: Trendthema Fadenlifting

Die Plastisch-Ästhetische Chirurgie und die Ästhetische Medizin sind keine starren Bereiche. Ganz im Gegenteil werden fortwährend bestehende Behandlungsmethoden weiterentwickelt und neue Verfahren erforscht. Im Fokus steht für die Mediziner hierbei vor allem, die Behandlungen für den Patienten möglichst angenehm und risikoärmer werden zu lassen. Zudem sollen die Ergebnisse natürlich aussehen und die Erholungs- und Ausfallzeiten gering sein. Für zahlreiche Behandlungsbereiche gibt es daher bereits verschiedene Verfahren, die den gewünschten Verjüngungs- und Auffrischungseffekt des Aussehens ohne einen chirurgischen Eingriff erzielen können. Im Bereich der Gesichtsästhetik zählt unter anderem das Fadenlifting zu den modernen Anti-Aging-Möglichkeiten. Woher kommt der Trend zum Fadenlifting und was genau passiert bei der Behandlung eigentlich?

Der Aufschwung minimalinvasiver Behandlungen

Sowohl auf Fachkongressen der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie als auch in Patientenforen lässt sich eine wachsende Bedeutung beim Thema der nichtinvasiven beziehungsweise minimalinvasiven Behandlungsmöglichkeiten erkennen. In den USA, das zu den Vorreiterländern der sogenannten Schönheitschirurgie gezählt wird, machen nichtchirurgische ästhetische Eingriffe mittlerweile gut die Hälfte aller Behandlungen des Fachgebiets aus. Auch hierzulande entscheiden sich immer mehr Patienten zu einer der nichtoperativen Alternativen, deren Nachfrage einem schnellen Wachstum unterliegt. Zu den Gründen gehören die Vorteile, die die minimalinvasiven Methoden bieten: schnell sichtbare und natürlich aussehende Ergebnisse, vergleichsweise geringe Risiken und Kosten, niedrige bis keine Ausfallzeiten, eine kurze Behandlungsdauer und in der Regel sehr gut verträgliche Materialien (z. B. Hyaluronsäure, abbaubare Fäden).

Ursprung und Entwicklung des Fadenliftings

Auch wenn das Fadenlifting derzeit ein gewisser Hype umgibt, ist das Behandlungsverfahren gar nicht so neu. Bereits vor über 20 Jahren forschten Mediziner daran, wie Fäden die Gesichtszüge harmonisch straffen können und welche Materialien dafür geeignet sind. Die Anfänge des modernen Fadenliftings gehen sogar noch weiter in der Geschichte zurück und reichen bis in das Alte Ägypten. Zu Beginn des modernen Fadenliftings von vor über 20 Jahren wurden zunächst Nylon-Fäden unter die Haut gesetzt, um den Lifting-Effekt zu erzielen. Diese nichtresorbierbaren Fäden wurden von den Schläfen aus in größeren Schlingen zur Wange und wieder zurückgeführt und dann geknotet. Häufig entstanden sichtbare strangförmige Erhebungen. Zudem ließ die straffende Wirkung bereits nach kurzer Zeit wieder nach. Materialien, die nicht vom Körper abgebaut werden können, beinhalten des Weiteren das Risiko für unerwünschte Gewebeveränderungen und Langzeitfolgen. 

Die Weiterentwicklung des Fadenliftings konzentrierte sich in den folgenden Jahren vor allem darauf, die zuvor erwähnten Probleme anzugehen. Heute kommen in der Regel resorbierbare Fäden zum Einsatz, die neben der Straffung der Körperpartie auch die natürliche Kollagensynthese ankurbeln. Dies wird auch als „4-D-Effekt“ bezeichnet. Dadurch wird die Stabilität der gestrafften Gesichtspartien gesichert. Die anhebenden Fäden sind mit kleinen sogenannten Barbs – winzigen Widerhaken – besetzt, die einen Halt der Fäden im Gewebe ermöglichen und die Bereiche in ihren „gelifteten“ Positionen sehr gut fixieren.

Die Wirkungsweise des Fadenliftings

Mit der Zeit verändern sich die Gesichtsproportionen und verlieren nach und nach das Erscheinungsbild, das als jugendlich wahrgenommen wird: die sogenannte V-Form oder das jugendliche Dreieck. Gemeint ist, dass das Gesicht in der Kinnpartie schmal ist und sich zu den Wangen hin anhebt (vergleichbar mit einem V). Mit zunehmendem Alter kann das Gesicht oben schmaler werden, während die Kinnlinie sich verbreitert. Dieses natürliche Absinken des Gewebes wird auch als Umkehr des jugendlichen Dreiecks bezeichnet.

Ein Fadenlifting kann dabei helfen, dieses Aussehen ohne Operation wiederherzustellen. Die in die Unterhautschichten eingebrachten Fäden repositionieren die Gesichtsareale und straffen damit die Haut, wodurch auch Falten geglättet werden. Zug und Winkel der Fäden werden individuell an den Patienten angepasst, sodass eine harmonische Verjüngung erzielt wird. Prinzipiell wirkt das Fadenlifting somit der Schwerkraft entgegen. Zusätzlich zu dem Lifting-Effekt regen die Fäden die körpereigene Produktion kollagener und elastischer Fasern im Bindegewebe an. Diese verstärken die Wirkung und sorgen dafür, dass der straffende Behandlungseffekt auch dann noch anhält, wenn die Fäden bereits vom Körper abgebaut sind. 

Was kostet ein Fadenlift?

Die Kosten für ein Fadenlifting können unterschiedlich ausfallen. Abhängig ist der Preis der Behandlung unter anderem von der Art und dem Material der eingesetzten Fäden, der Anzahl der Fäden, der örtlichen Betäubung sowie der individuellen Vor- und Nachbehandlung. Im persönlichen Beratungsgespräch erhalten die Patienten neben dem Behandlungsplan auch eine Aufschlüsselung der zu erwartenden Kosten. Da jede Behandlung individuell an den Patienten angepasst wird, kann daher kein allgemeingültiger Preis für ein Fadenlifting genannt werden. Die Kosten für ein Fadenlifting im Gesicht beginnen ab 1200 Euro.

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